Champagner zum Brunch ist 1995er Tante-Edith-Style. Mit Gin John geht's eleganter. Drei Vormittags-Drinks, die nicht nach Frühaufsteher-Alkoholismus aussehen.
Warum Gin zum Brunch funktioniert
Vormittags-Drinks haben ein Problem: Wodka ist langweilig, Whisky zu hart, Sekt nach drei Schlucken stumpfsinnig. Gin ist die einzige Spirituose, die im Vormittag aufweckt, ohne aggressiv zu sein. Die Botanicals machen den Drink interessant, der Alkohol-Kick ist sanft, das Aroma passt zu Salzigem und Süßem gleichzeitig.
Rezept 1: Bloody Maria — die Mediterrane Antwort auf Bloody Mary
Bloody Maria (für 1 Highball)
- 5 cl Gin John
- 12 cl Tomatensaft (frisch gepresst oder hochwertig im Glas)
- 1 cl Zitronensaft
- 2 Spritzer Worcestershire
- 2 Spritzer Tabasco
- 1 Prise Sellerie-Salz, 1 Prise schwarzer Pfeffer
- 1 Selleriestange + 1 Olive als Garnitur
Zubereitung: Hohes Glas mit Eis befüllen, alle Zutaten direkt ins Glas. Mit einem Barlöffel kurz rühren (nicht shaken — Tomatensaft schäumt). Sellerie reinstecken, Olive obendrauf.
Warum mit Gin: Die Botanicals (vor allem Koriander und Sellerie-Anklang vom Lorbeer/Thymian) gehen besser mit Tomate als der neutrale Wodka. Du hast mehr Schichten — Gemüse, Würzigkeit, Pflanze.
Eine Bloody Maria zum Sonntags-Brunch sagt: "Ich habe Ahnung von Mediterraner Küche und weiß, dass Wodka langweilig ist."
Rezept 2: Garibaldi-Style mit Gin
Gin Garibaldi (für 1 Highball)
- 4 cl Gin John
- 3 cl Campari
- 15 cl frisch gepresster Orangensaft (das ist die Geheimwaffe — kein Tetrapak)
- Eis + Orangenscheibe + Rosmarinzweig zur Garnitur
Zubereitung: Hohes Glas voll Eis. Gin und Campari rein, mit frischem Orangensaft auffüllen, kurz mit Barlöffel rühren (für "fluffy" Textur, wie es Dante's Negroni-Bar in New York berühmt gemacht hat). Garnitur drauf.
Was passiert: Der Campari macht den Saft bitter-süß, der Gin gibt Tiefe, der Orangensaft macht es tatsächlich frühstückstauglich (Vitamin C zählt zumindest psychologisch). Die florale Note des Gin John mit Orange ist eine Liebesgeschichte.
Rezept 3: Cucumber Fizz — leicht & frisch
Cucumber Fizz (für 1 Coupe)
- 4 cl Gin John
- 2 cl Zitronensaft
- 1 cl Zuckersirup
- 3 Gurkenscheiben, im Shaker zerdrückt
- 2 cl Eiweiß (oder 1 EL Aquafaba für Vegan-Version)
- Soda zum Auffüllen
Zubereitung: Gurke + Gin im Shaker zerdrücken. Zitrone, Sirup, Eiweiß rein. Dry Shake (ohne Eis) 15 Sekunden, dann Wet Shake mit Eis nochmal 10 Sekunden. Doppelt ins Coupe abseihen. Mit Soda auffüllen.
Du bekommst einen cremig-schäumigen Drink mit Gurken-Frische und Eiweißschaum, leicht prickelnd. Perfect für 11 Uhr morgens, wenn die Sonne durchs Küchenfenster scheint.
Was Du beim Brunch nicht tun solltest
- Pre-mixed im Karton. Das ist Brunch-Sünde Nummer eins. Frisch oder gar nicht.
- Drei Cocktails vor dem Essen. Ein Drink, vielleicht zwei. Brunch ist langweilig, nicht Vorglüh-Übung.
- Bier daneben. Wenn Du Gin-Cocktail brunchst, dann auch im Stil — kein Heineken aus dem Sechserpack.
- Zu süß. Brunch-Drinks sollten trocken bis bitter sein. Süß macht müde.
Wann brunchen mit Gin
Klassischer Sonntag, 11–14 Uhr. Familie da, Freunde da, halbleere Croissants, jemand hat eine French Press aufgesetzt. Du fragst leise: "Bisschen Gin John dazu?" Niemand sagt nein.
Auch perfekt: Hochzeits-Brunch am Tag danach. Bloody Maria hilft, die Köpfe wieder zu reparieren.
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